„Ich habe im Tatort ‚Manila‘ mitgespielt“ – Interview mit Maria-Ely Müller

Das Projekt “Schreibwerkstatt” wird im Rahmen von Mülheim2020 finanziert und von den Stadteilmüttern umgesetzt.

Maria-Ely Müller wurde 1960 auf den Philippinen geboren, heiratete später einen deutschen Mann und hat 2 Söhne im Alter von 25 und 30 Jahren, die in Deutschland geboren wurden.

622769_594754417230374_1624721450_oWie bist du nach Deutschland gekommen?

Ich habe in der philippinischen Hauptstadt Manila gearbeitet. Dort habe ich meinen Mann kennengelernt. Mein Mann hat auf einem Schiff als Ingenieur gearbeitet. Er war  noch sechs Monate auf dem Schiff und als er dann drei Monate in Deutschland Urlaub hatte, hat er mich herkommen lassen. Er wollte mir einfach mal Deutschland zeigen. Danach hat er mich immer mal wieder hergeholt. Irgendwann bin ich geblieben. Dann haben wir geheiratet und Kinder bekommen.

Was machen deine Kinder hier?

Der Ältere arbeitet jetzt bei der Deutz AG im Büro. Abends macht er noch Abendschule, um Ingenieur zu werden. Der Jüngere, Roland, spielt für den FC Servette Geneve in der Schweizer Fußballmannschaft. Vorher hat er 12 Jahre beim 1. FC Köln als Torwart gespielt. Danach war er 3 Jahre beim MSV Duisburg, jetzt spielt er aber in Genf. Er spielt auch in der philippinischen Fußball-Nationalmannschaft, die Azkals genannt wird.

Wie fühlst du dich hier in Deutschland?

Gut, sehr gut! Am Anfang war es sehr schwer. Ich konnte kein Deutsch und kannte niemanden, außer meiner Schwiegermutter und die Geschwister meines Mannes. Wir hatten eine eigene Wohnung und sie kamen ab und an zu Besuch.

Bist du hier mehr in der deutschen Gesellschaft oder mehr in der philippinischen Gesellschaft?

Teils teils. Ich bin oft mit Freunden meines Mannes unterwegs, aber auch mit philippinischen.

Vermisst du deine Heimat?

Nicht so sehr. Ich habe alles hier. Meine Kinder sind hier und in den Philippinen habe ich nur noch Geschwister und Verwandte. Meine Eltern sind leider schon tot.

Was gefällt dir an Deutschland überhaupt nicht?

Der Winter (lacht).

Was vermisst du am meisten aus deiner Heimat?

Das gute Essen. Auch wenn ich selbst koche schmeckt das Essen dort einfach viel viel besser. Und das schöne Wetter natürlich auch0.

Du hast vor 20 Jahren im Tatort „Manila“ gespielt. Kannst du uns ein bisschen davon erzählen?

Mich hatte eine Frau von einem philippinischen Verein angerufen, ob ich in der Serie „Tatort“ mitspielen will. Es ging um Pädophilie. Ich bin dann zum Casting und dann wurde ich ausgewählt. Ich sollte bei meinem Sprechpart bei der Vernehmung so tun, als wenn ich kein Deutsch verstehen würde. Ich war von den Philippinen gerade angekommen und wir sollten Kinder nach Deutschland verkaufen. Dabei wurden wir verhaftet. Ich war in insgesamt 3 Szenen zu sehen. Das Thema ist ja auch heute noch sehr aktuell.

Du hattest mal erwähnt, dass dein Wunschberuf Fotografin ist.

Ja, daraus ist leider nichts geworden. Ich habe es irgendwann einfach nicht mehr verfolgt. Mein Mann sagte auch, dass das nicht so einfach sei.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Das alle Gesund bleiben. Das ist das Wichtigste.

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Danke für deine Zeit!

Im Übrigen hat die philippinische Nationmannschaft, Azkals genannt, beim AFC Challenge Cup 2014 in Malediven den 2. Platz belegt. Dafür gratulieren wir der Mannschaft alle ganz herzlich! Azkals We Believe!

Touran Malaie
Stadtteilmutter

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