„Irgendwann bin ich ein Mode-Designer“ – Interview mit Ali Behruzzadeh

Das Projekt “Schreibwerkstatt” wird im Rahmen von Mülheim2020 finanziert und von den Stadteilmüttern umgesetzt.

Der 16-jährige Iraner Ali Behruzzadeh ist vor drei Jahren mit seiner Mutter nach Deutschland gekommen. Auch er ist seit zwei Jahren Christ, geht in die 9. Klasse einer Realschule und geht regelmäßig zum Konfirmandenunterricht. Er liebt das Tanzen und besucht auch selbst eine Tanzschule. Im Privaten gibt er ab und an Kurse für seine Freunde.

yasha-(ali)

Wieso bist du mit deiner Mutter nach Deutschland gekommen?

Ich habe mich im Iran nicht mehr wohl gefühlt. Mein Vater war sehr streng bezüglich meines Aussehens und ich wurde viel gemobbt, weil ich mich modern und modisch kleide. Ich finde die Freiheit hier in Deutschland sehr schön. Hier gibt es auch manche, die einem das Leben schwer machen, aber hier haben die meisten Menschen eine eigene Meinung und das finde ich toll.

Gibt es Dinge, die dir nicht an Deutschland gefallen?

Auch hier werde ich leider in der Schule gemobbt. Das finde ich ehrlich gesagt nicht so toll. Auch hier wird man aufgezogen, wenn man anders ist oder andere Dinge mag.

Was vermisst du am meisten aus deiner Heimat?

Die Stadt Schiraz, in der ich gelebt habe. Auch ein paar meiner alten Freunde vermisse ich. Aber viele hatte ich davon nicht. Ich vermisse auch die Verwandten mütterlicherseits. Zu ihnen habe ich auch noch Kontakt über Facebook oder WhatsApp. Ich vermisse auch meinen besten Freund. Er hieß Yasha. Deshalb habe ich den Spitznamen Yasha für mich gewählt. Mittlerweile nennen mich alle Yasha, außer meine Mama.

Hast du hier neue Freunde gefunden?

Anfangs nicht. Wie gesagt, ich werde auch hier gemobbt und daher habe ich in der Schule auch keine wirklichen Freunde. Ich bin dann auf ein Fantreffen von meiner Lieblingsband gegangen und wir haben uns super verstanden. Wir trafen uns danach einmal wöchentlich und plötzlich hatte ich ganz viele Freunde. Das ist toll. Wir sind jetzt eine große Gruppe und sehr gute Freunde.

justin bieber fantreffenWelche Hobbies hast du?

Ich tanze unglaublich gern, höre sehr gern Musik, chatte, surfe im Internet, lerne Englisch und mache auch gern Bilder. Ich liebe Pop und Rap auf Englisch. Und ich mag Helene Fischer. Aber hauptsächlich höre ich Lady Gaga, Justin Bieber oder One Direction.

Was erhoffst du dir für deine Zukunft?

Ich möchte berühmt und bekannt werden. Am liebsten wäre ich ein Mode-Designer in New York oder würde in London leben. Ich möchte weder Arzt noch Ingenieur werden, so wie die meisten Iraner. Ich wünsche mir, dass die Leute in Deutschland nicht nur vorgeformte Dinge akzeptieren. Es gibt auch noch andere Dinge als Schwarz und Weiß. Alle sollen verstehen, warum jemand anders ist. Egal in welcher Hinsicht, ob sexueller Natur, Glaubensrichtung oder Hautfarbe.

 

Wir wünschen dir das Beste für deinen langen Weg im Leben

Die Stadtteilmütter

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