Interview mit der Sozialraumkoordinatorin Mülheim-Nord / Keupstraße – Frau Maria Fichte

Sie ist 32 Jahre alt und hat in Chemnitz und Uganda (Afrika) studiert. Mit ihrem Fleiß arbeitete sie sich hoch und ist stets in Köln-Mülheim mit ihrem Fahrrad und ihrer Kontaktfreundlichkeit und einem großen Lächeln unterwegs.

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10 Fragen an die Sozialraumkoordinatorin von Mülheim-Nord / Keupstraße!

Frau Fichte, was haben Sie studiert?

Seit 3 Jahren arbeite ich bei der CSH Köln e.V. als pädagogische Mitarbeiterin, und zwar zunächst in einem EU-Projekt zur Beratung von Migranten bei der Arbeitssuche und zur Zeit bin ich als Sozialraumkordinatorin tätig. Davor habe ich Politikwissenschaft studiert und ein Semester in Uganda verbracht. Außerdem studierte ich Soziologie und Interkulturelle Kommunikation, insgesamt habe ich 7 Jahre studiert und war währenddessen viel unterwegs, auf Reisen und habe Praktika gemacht.

Was ist eine Sozialraumkordinatorin?

Eine Sozialraumkoordinatorin beschäftigt sich mit Themen wie Kinder, Gesundheit, Jugend und Familie, Bildung, Soziales, Wohnen, Kultur, Sport, Wirtschaft und Arbeit, Gemeinwesen und Politik usw. Die Sozialraumkoordination hat die Aufgabe, zu schauen, ob genügend Angebote in diesen Bereichen im Sozialraumgebiet bestehen, und greift wenn nötig weitere Maßnahmen diesbezüglich auf. Sie unterstützt bei der Entwicklung von Projekten und stellt Kontakte her. Zusätzlich hat sie einen Überblick über alle Einrichtungen, Initiativen etc. Das Projekt „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ wird seit Anfang 2006 durch die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, die Kölner Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung gemeinsam umgesetzt. In Köln gibt es insgesamt 11 Sozialraumgebiete.

Welche charakterlichen Fähigkeiten muss man dafür mitbringen?

Als Sozialraumkoordination ist man für ganz Mülheim-Nord und die Keupstraße zuständig. Alle Altersklassen müssen gedeckt sein, vom Säugling bis zum Senior. Die diversen Einrichtungen, die zugehörigen Bewohner und die Geschäftsleute werden durch das angesprochen und vernetzt. Das ist eine große Herausforderung. Dafür muss ein großes Interesse bestehen, Offenheit ist wichtig und die unentbehrliche Kommunikation. Moderation-und Vermittlungstalent gehören auch dazu! Gleichzeitig ist es wichtig mit anderen im Stadtgebiet tätigen Akteuren wie dem Interkulturellen Dienst oder der Bezirksjugendpflege in engem Austausch zu stehen, um gemeinsam den Stadtteil voranzubringen.

Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?

Es ist eine sehr interessante, herausfordernde Aufgabe die Lebensbedingungen für die Bewohner in einem Sozialraumgebiet in Köln zu verbessern. Dazu gehören Dinge wie die Verbesserung von Spielplätzen, die Verschönerung und Bemalung von diversen Wänden des Stadtteils, die Projektentwicklung im Bereich Migration, Beratung und die insgesamte Kommunikation zwischen Menschen, die neu in Mülheim sind und alteingesessenen Einwohnern von Mülheim. Ich versuche, soweit wie möglich beteiligt und in Kommunikation mit den anderen zu sein. So bin ich immer von Termin zu Termin mit dem Fahrrad unterwegs.

Welche Möglichkeiten hat eine Sozialraumkoordinatorin?

Ich kann Dinge anstoßen und auf Bedarfe reagieren, die mir gemeldet werden. Das Ziel ist es Probleme gemeinsam anzugehen. So stelle ich Kontakte her und vernetze die verschiedenen Personen, die ein gemeinsames Interesse haben.

Überfordert Sie etwas an Ihrer Arbeit?

Ich bin gar nicht überfordert. Meine Arbeit erfüllt mich und bereitet mir viel Erfahrung.

Was zeichnet Ihre Arbeit aus?

Das wichtigste sind die Stadtteilkonferenzen und Arbeitskreise. Alle zwei Monate findet jeweils eine Stadtteilkonferenz Keupstraße und eine in Mülheim-Nord statt. Hier nehmen zwischen 30 und 40 Teilnehmer aus sozialen Einrichtungen und Institutionen, Geschäftsleute und Bewohner teil. Die Stadtteilkonferenz ist offen für jeden, der sich für die Entwicklung der Stadtteile interessiert. Ein Bewohner kann mich beispielsweise kontaktieren und dann wird er von mir in die Stadtteilkonferenz eingeladen.

Welche Perspektiven bieten sich in der Zukunft? Und wer ist die Zielgruppe?

Für Mülheim sind dieses Jahr definitiv viele kleine Garten- oder Begrünungsprojekte geplant (mehr Pflanzen, Bäume, Pflege usw…). Alles geht mehr in die Richtung gesunder Ernährung. Dies bedeutet mehr frisches Essen und keine Fertigprodukte. Im letzten Jahr und in diesem Jahr wurden Kochkurse für gesunde Ernährung im Bürgerzentrum Mütze gefördert. Das hält die Familien nämlich besser zusammen wenn sie zusammen gesund kochen und harmonisch essen, anstatt immer eine Portion Fertiggerichte zu öffnen. Das Ziel ist es besonders Jugendlichen und Studenten eine alternative zum Fertigprodukt zu bieten und ihren Koch Sinn zu fördern. Dies kann in der Zukunft auch durch Gartenprojekte entstehen.

In wie weit stehen Sie in Kontakt mit den Stadtteilmüttern?

Ich bin mit den meisten Projekten aus dem Bereich Bildung vom Programm MÜLHEIM 2020 in regem Austausch. Mit den Stadtteilmüttern immer wieder gerne uns insbesondere. Wir tauschen oft Informationen aus und sind alle beim selben Träger, der Christlichen Sozialhilfe Köln e.V. angestellt. Außerdem bin ich persönlich mit den Stadtteilmüttern verbunden, da wir uns ein Jahr lang das Büro geteilt haben. Das war eine gute Zeit.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Sozialraumorientierung in Köln sich gut weiterentwickeln wird, da sie in ganz Deutschland wirklich einzigartig ist. Die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und die Stadtverwaltung arbeiten zusammen für die Verbesserung des Stadtteils. Das ist ein sehr gutes Projekt!

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Vielen herzlichen Dank für das Interview. Es hat mir sehr große Freude bereitet.

Touran Malaie

Stadtteilmutter

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