Ein Jahr mit den Bahar-Frauen

Bahar bedeutet Frühling. Wie der Name schon sagt, steht er für grün und Hoffnung. Wie die Gruppenteilnehmerinnen selbst andeuteten, haben sie sich wie der Frühling sehr positiv geändert.Botanische Garten

Letztes Jahr haben wir als Stadtteilmütter am 08.02.2012 in Kooperation mit dem interkulturellem Zentrum der Diakonie Buchheim gestartet und eine harmonische Frauengruppe aufgebaut. Sie findet jeden Mittwoch von 10:00 bis 12:30 Uhr in der Guilleaume Straße. 16 in Buchheim statt.

Bis jetzt haben ca. 50 Frauen mit Migrationshintergrund aus verschiedensten Ländern die Frühling-Gruppe besucht. So kamen sie zum Beispiel aus dem Iran, der Türkei, Spanien, dem Irak, Afganistan, dem Kongo, den Philippinen, Jordanien, Bulgarien, Rumänien oder Indien.

Gruppe

Die Frauen kommen von unterschiedlichen Kulturkreisen, deshalb haben sie auch verschiedene Erwartungen. Mein Ziel als Stadtteilmutter ist es, in so einer Gruppe möglichst viele Frauen zu erreichen und sie beim Perspektiveschaffen zu unterstützen, sei es mit unseren zehn Themen wie Bildung, Erziehung, Gesundheit, Kommunikation, Arbeitswelt, Erziehung- Verantwortung, Umgang mit Medien, Sozialsystem und Umgang mit Geld oder in Form eine Beratung, Information und Begleitung!

Das Thema Verbesserung von Bildungschancen ist besonders wichtig für die iranischen Frauen. So hat zum Beispiel eine junge Frau ihren Weg zum Studium gefunden und sechs Gruppenteilnehmerinnen besuchen zurzeit Sprachkurse mit dem Niveau B1 und B2. Außerdem haben wir für zwei Frauen einen Job gefunden.

Unsere Themen orientieren sich an den Bedürfnissen der Frauen.Aktivitäten

Wenn sie schwierige Probleme bewältigen wollen, haben sie natürlich mehr Gesprächsbedarf! Hierbei sind wir sehr flexibel, indem wir es in den Gruppen thematisieren und in einer gemeinsamen Diskussion mit Rat und Tat zur Seite stehen – oder wir bieten Hausbesuche an, denn unsere Hausbesuche entlassten die Familien sehr. So nehmen wir deren Unsicherheit und mit unserer Netzwerkarbeit leiten wir sie an geeignete Institutionen weiter.

Trotz unserer schwachen finanziellen Lage legen wir sehr großen Wert auf gemeinsame Aktivitäten. Dabei steht die Entwicklung der Persönlichkeit im Mittelpunkt. Jemand der sich im Alltag sozial isoliert fühlt, lernt in Gruppenaktivitäten mit anderen zusammen zu arbeiten.

WildparkDaher bevorzugen wir immer kostenfreie Angebote, wie z.B. der Besuch im Lindenthaler Tierpark oder im botanischen Garten und Picknick im Rhein Park.Ausflug

Am 30. Juni 2012 fand ein Open Air von der Gruppe Wise Guys am Tanzbrunnen in Köln statt. Für diese Veranstaltung erhielten wir für die Gruppe vom Jugendhaus Treffer freien Eintritt. Wir genossen den schönen Tag mit Picknick und guter Musik.

Zwei Abende wurden wir zum TREFFER THEATER 2012 eingeladen. Am 12. September im Kölner Künstler Theater in Ehrenfeld mit “Dr. Jekyll und Mr. Hyde”.

Und am 26. September im Theater „Keller“ mit „Der Verbrecher“
welches die Bahar-Frauen sehr gerne in Anspruch nahmen. Für einige Frauen war dies ein sehr besonderes Erlebnis, da sie sich noch nie in Deutschland ein Theaterstück angesehen haben.

In der interkulturellen Woche haben wir auch öfter die Abende für unsere gemeinsamen Aktivitäten und die Teilnahme genutzt und dabei andere Sitten und Bräuche mit viel Neugierde näher kennengelernt. Wenn Baharfrauen uns zu sich einladen, nehmen wir dies mit großer Freude an und machen auch Hausbesuche in Gruppen. Damit geben wir den Frauen das Gefühl, dass ihre Einsamkeit der Vergangenheit angehört und dass sie sich auf die Gruppe und ihre Stadtteilmütter als zuverlässige Partner verlassen können.

Zum Glück gibt es viele Gruppen und Angebote im Haus IKZ-Buchheim wie z.B. Joga, Sprach- und Kommunikationskurse oder auch der Nähkurs, etc… bei denen die Bahar-Frauen öfter von solchen freien Angeboten mit großem Interesse profitiert haben!

Zur Abwechslung kochen wir auch gemeinsam,Kochkunst damit die Frauen auch zu Hause auf gesunde Ernährung achten.

Trotz all der vielen Aktivitäten bleibt immer Raum für Gespräche untereinander und Erfahrungsaustausche, denn wir arbeiten Lösungsorientiert. Deshalb nehmen wir Ideen, Ressourcen und Leistungen von Frauen sehr ernst! Meiner Meinung nach ist dies das wichtigste Element zur Funktion von interkulturellen Gruppen, damit sie sich besser kennen lernen und verstehen, sich in Gruppen aufgenommen fühlen und um Impulse für wichtige Unternehmungen in ihr Leben bekommen! Meistens treffen sie sich auch später außerhalb des Zentrums. Wenn dies geschieht, kann ich von uns als Stadtteilmutter sagen, dass wir die notwendigen Brücken gebaut und unser Ziel erreicht haben, denn unser Vorhaben ist das Brücken bauen, Türen öffnen und Kontakte herstellen. Das macht uns im Gegensatz zu normalen Gruppen aus!

Leicht war es nicht immer, aber wir haben mehr als die einstigen Erwartungen erfüllt!

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Frauen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und sehr aktiv in der Frühlings-Gruppe und auch im ganzen Zentrum mitgewirkt haben, bedanken. Wir freuen uns immer auf euch alle!

Auch einen herzlichen Dank an Frau Caterine Mönch, Diakonie Mitarbeiterin und die Leiterin vom interkulturellen Zentrum Buchheim, für die freundliche Unterstützung!

Touran Malaie
Stadtteilmutter

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