Karneval 2013

Mein Name ist Joanna und seit 23 Jahren lebe ich schon in Deutschland und nur in Köln.

Jedes Jahr feiert man Karneval hier in Köln, aber so richtig habe ich nie begriffen: wieso, warum und weshalb? Jetzt weiß ich, dass Karneval „lath. carne vale – Fleisch lebe wohl“ bedeutet. Egal, ob es Karneval, Fasching oder Fastnacht heißt – es ist alles das gleiche und steht für eine „ausgelassene Zeit“. Die Karnevalszeit beginnt am 11.11 um 11.11 Uhr und wird bei uns gerne auch als die „fünfte Jahreszeit“ bezeichnet. Die tollen Tage stammen aus der Römischen Zeit, es sind die tollen Tage der Narren und auch die Zeit des Unsinns, z.B. „Karneval ist carrus navallis“ heißt so viel wie „Verkehrte Welt“.

Die ursprüngliche Karnevalsgeschichte begann an einem Abend vor dem Beginn der Fastenzeit vor Ostern. Es ist eine alte Tradition aus der vorchristlichen Zeit, die mit den Geistern der Nacht zusammenhängt.

Die ursprüngliche Bedeutung der Maske war eine Hilfe im Kampf gegen die negativen Mächte und so wurden die bösen Geister mit Ende des Winters vertrieben.

Im 16. Jahrhundert gab die Kirche dem Karnevalfeiern den Namen „teuflische Zeit“, denn es war die Zeit des wilden Treibens und das Volk konnte danach besser mit der harten Fastenzeit umgehen.

Die Karneval-Wende begann im Jahre 1823. Letztendlich verhalfen die Kölner Burger dem Karneval seine Bedeutung wiederzugeben – mit neuer Tradition des rheinischen Karnevals. Seitdem gibt es den Rosenmontagszug, Karnevalsvereine und Sitzungen/Kindersitzungen.

Weiberfastnacht wird auch als Altweiberfastnacht, Schwerdonnerstag, Fetter Donnerstag oder Schmutziger Donnerstag bezeichnet.DSCN3796 Schmutziger Donnerstag hat überhaupt nicht mit dem Schmutz zu tun. Das Wort schmutzig leitet von schwäbisch-alemannischen Schmotz ab und es bedeutet so viel wie Fett. Es ist auch der letzte Donnerstag vor der Fastenzeit und es wird letztmalig vor Aschermittwoch geschlachtet. Damit ist gemeint, dass an diesen Tagen fettgebackene Festnachtküchlein wie z.B. Berliner, Apfel-Rosinenkrapfen, Faworki oder Karnevalsrosen frittiert werden. An Weiberfastnacht übernehmen die Frauen die Herrschaft. Sie verkleiden sich mit Faschingskostümen und zum Teil tragen sie auch Masken. (Im Rheinland hat sich die Tradition gehalten in dem die Frauen-Bevölkerung in das Rathaus stürmt und den Bürgermeister in Gefangenschaft nehmen. Der Bürgermeister kann sich mit eine Flasche Wein Frei kaufen!  ). Noch eine Besonderheit des Tages besteht darin, dass die Frauen den Männern ihren Schlips abschneiden. Dieser alte Brauch der Frauen nennt man „härrisches Treiben“. Deshalb wird empfohlen an dem Tag keine schöne oder teure Krawatte zu tragen!  (Früher war eine Krawatte ein Erkennungszeichen der Soldaten).

Rosenmontag – Fastnachtsmontag ist das zweitgrößte Ereignis neben dem „fetten Donnerstag“. Ältere Bezeichnung für den Rosenmontag sind „guter Montag“ oder „blauer Montag“, weil damals schon am Nachmittag nicht mehr gearbeitet wurde. Der erste traditionelle Rosenmontag in Köln fand im Jahre 1824 statt. Bis heute wird gefeiert und es werden große Umzüge veranstaltet mit geschmückten Motivwagen, Fanfarenzüge, Musikkapelle sowie Fußgruppen die unter einem bestimmten Motto, die verschiedene oder auch bunte Fastnachtkostüme zeigen. Den Abschluss des Umzuges bildet immer ein Dreigestirn bzw.  Prinzenpaar.

Am Abend des Veilchendienstages findet die Nubbelverbrennung in Köln statt. Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die feierlich verbrannt wird. Damit werden auch alle Sünden verbrannt, die man während der Karnevalstage getan hat. Somit ist alles vergessen und die Menschen können wieder ihr normales Leben aufnehmen.

Und wie feiern wir Karneval in Polen?

Die Bedeutung des Karnevals in Polen ist gleich wie in Deutschland. Es wird zwar nicht so groß und bunt gefeiert wie hier, aber auch mit Freunden, Bekannten in Clubs, Kino oder Theater mit viel Musik und polnischen Gerichten wie z.B. Bigos (Weißkohl, Sauerkraut, Pilze, Fleisch oder Wurst), Czerwony czysty barszcz (Klare Rote Beete Brühe), verschiedenen Salate, verschiedener Wurstsorten, gefüllte Eier und Fisch. Dazu gibt es Bier, Wein und Wodka. Die größte Attraktion, die zum Schluss kommt, sind die Feuerwerke. Sobald die Zeit zu Ende geht, stehen uns zwei sehr wichtige Tage bevor. Erstens der „Fette Donnerstag“ – es werden nur Berliner gegessen und am nächsten Tag werden die Reste aufgegessen. Am Dienstag verkleiden sich die Kinder laut der Tradition und laufen von Haus zu Haus mit Koleda.

Aschermittwoch beendet die Fastnacht und somit beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage (46 Kalendertage) dauert.

Die Fastenzeit ist gleichzeitig auch eine Vorbereitungszeit, auf die Auferstehung Jesu von den Toten, die er fastend und betend in der Wüste verbrachte.

Die Fastenzeit dauert 46 Kalendertage und geht bis Kar-Sonntag, mitgerechnet werden nicht die 6 fastenfreien Sonntage.
Im Gottesdienst am Aschermittwoch wird die Asche (es sind verbrannte Palmzweige des letzten Palmsonntags) den Gläubigen als Symbol der Buße und Reinigung als Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet oder aber auch auf den Kopf gestreut.

DSCN3798

Joanna Bartkowiak

Stadtteilmutter

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