Interview mit Frau Tobias

Handarbeitskulturraum
Ein Projekt der CSH Köln-Mülheim und der Stadtteilmütter zusammen mit der Textil-Künstlerin Karen Betty Tobias

Der Handarbeitskulturraum wird seit August 2012 durchgeführt. „Mit Wolle und Fasern verbinden die Frauen und Kinder sich untereinander, aus welchen Ursprungsländern sie auch gekommen sein mögen und so lernen sie sich besser kennen. Die alte und neue Heimat wird verbunden. Jeder hat seine Erinnerungen an die Ornamente und Teckniken seiner Heimat, die er vielleicht weit zurück in der Kindheit erlernt und ausgeübt hat. Es werden Geschichten ausgetauscht…
Wir erobern einen neuen Raum:
Den Handarbeitskulturraum!“ (Karen Betty Tobias)

Das hat mich dazu gebracht mit der Künstlerin ein Interview durchzuführen.

Interview mit der Künstlerin Karen Betty Tobias

Wie kam es dazu, dass Sie den künstlerischen Weg eingeschlagen haben?
Ich bin in verschiedenen Ländern aufgewachsen und war ständig woanders, deshalb habe ich gemalt. Das ist meine Welt! Außerdem bin ich Kunsttherapeutin, das bringt mich dazu mit Menschen zu arbeiten. Handarbeit ist wie eine kleine Insel. Ich kann einen freien Raum schaffen, in dem die Frauen sich und ihre Gefühle begegnen. Zuvor hatte ich auch andere Berufe gehabt, beispielsweise im Fernsehen. Ich produzierte Kinderfilme dort.

Was bedeutet Kunst für Sie? Woher kommt ihre Inspiration?
Kunst bedeutet unglaublich viel für mich! Meine Mutter war Textilschneiderin und hat in einem Internat gearbeitet. Sie hat mir Impulse gegeben und nun kann ich mich mit dem Zeichnen gerecht ausdrücken.

Wie arbeiten Sie? Mit welchen Medien oder Materialien?
Ich arbeite sehr gerne mit natürlichen Materialien. Dazu gehören Steine, Keramik und Filz.
Das schöne am Filz ist die Leichtigkeit, Wolle ist ein heimisches Material mit vielen verschiedenen Farben. Und wo es Schafe gibt, gibt es auch Wolle.

Welche Themen findet man in Ihren Arbeiten ?
In meiner Kunst sind Tiere Protagonisten (Hauptperson).
Ich versuche Geschichten zu erzählen mit Tieren und Pflanzen – darüber das wir alle den Lebensraum Erde miteinander teilen. Und wie sich Menschen und Tiere gegenseitig unterstützen. Beide Seiten lernen viel voneinander. Mir ist es sehr wichtig, dass sich nicht nur die Menschen mit Respekt begegnen, sondern diesen Respekt auch der Natur gegenüber zeigen.

Wie sind Sie von der Kunst auf das Entwerfen von Taschen, Hüten und Accessoires gekommen?
Ganz einfach, durch den Filz kam ich dazu viele schöne Dinge herstellen zu können. Und Frauen wollen stets Schönes tragen. Ich habe zwar am Anfang nur für mich entworfen, aber kam dann dadurch dazu auch den Anderen bestimmte Accessoires zu entwerfen. Es hat ihnen gefallen. Außerdem benutze ich Naturmaterialien und es ist wichtig, schöne Kleider auch mal selbst gestalten zu können. Mir gefällt es, wenn Kleidung individuell und zeitlos ist. Dadurch schätzt man den Wert noch mehr.

Wie kann man sich einen Ihrer Kurse vorstellen? Was wird dort gelehrt ?
Meine Kurse lehren die verschieden Techniken mit dem Umgang mit Filz. Meine Angebote legen den Fokus auf die kreativen Potenziale des Einzelnen und streben danach, diese zu entdecken. Ich verstehe mich also weniger als Lehrerin, sondern viel mehr als Förderin und Wachstumsbeschleunigerin. Die Erfahrungen, die meine Kursteilnehmer machen sind mir oft wichtiger, als die fertigen Produkte. Neben dem Filzen, biete ich zudem auch malerische- und zeichnerische Angebote an. Hier geht es um das Erlebnis von Farben, Geräuschen oder Linien.
Die Arbeit in dem Stadtteilmütter-Projekt gefällt mir sehr, weil ich jedes Mal von der Vielfalt der Frauen überrascht bin, und was sie in ihren Leben leisten. Ich meine diesen tollen Umgang mit den Kindern und das Gemeinschaftsgefühl, welches entsteht.
Wir gehen mit dem Projekt auch auf die Straße!
Wir mischen uns unter die Passanten. Jeder kann mitmachen!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft ?
Ich habe noch viele Ideen für viele neue Projekte, die ich alle durchsetzen möchte!Filzen

Vielen Dank für das Interview !
Touran Malaie
Stadtteilmutter

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